Was interne Verlinkung leistet
Interne Links sind die Verbindungen zwischen Seiten innerhalb derselben Domain. Sie wirken auf SEO an drei Stellen gleichzeitig:
- Crawling.Google findet neue Seiten über interne Links – wer schlecht verlinkt ist, wird seltener gecrawlt und indexiert.
- Linkjuice-Verteilung.Eingehende externe Links stärken die Domain. Über interne Links wird diese Autorität auf Unter-Seiten weitergegeben.
- Thematische Signalwirkung.Wer von »WordPress SEO« auf »Permalinks« verlinkt, signalisiert Google die thematische Beziehung zwischen den Seiten.
Trotzdem wird sie in den meisten Audits stiefmütterlich behandelt – dabei ist sie eine der wenigen SEO-Maßnahmen, die komplett im eigenen Einfluss liegt und ohne externe Abhängigkeiten umgesetzt werden kann.
Topic-Cluster und Hub-and-Spoke
Das von HubSpot 2017 popularisierte Modell hat sich als bester strategischer Rahmen für interne Verlinkung etabliert. Drei Ebenen:
Pillar-Page
Eine breite, themen-umfassende Seite zum Hauptkeyword. Beispiel: diese Site nutzt die Startseite als Pillar zum Keyword WordPress SEO. Die Pillar verlinkt auf alle Hubs.
Hub-Pages
Themen-Übersichten, die einen Teilaspekt der Pillar abdecken. Auf dieser Site sind das die drei Bereiche Technische SEO, Content-SEO und SEO-Plugins. Hubs verlinken auf alle ihre Cluster und auf die Pillar zurück.
Cluster-Pages
Detail-Seiten zu spezifischen Long-Tail-Keywords. Diese Seite hier ist ein Cluster. Cluster verlinken zurück zum eigenen Hub und zur Pillar – sowie idealerweise zu thematisch verwandten anderen Clustern.
Die Verlinkungs-Logik in der Praxis
Konkret bedeutet das für jede neue Seite:
- Pillar verlinkt zu allen Hubs (bei uns: drei Hub-Verlinkungen)
- Jeder Hub verlinkt auf seine 3-5 Cluster und zurück zur Pillar
- Jedes Cluster verlinkt zurück zum eigenen Hub, zur Pillar, und zu 2-3 thematisch verwandten Clustern
- Cluster verlinken nicht wahllos zu allen anderen Clustern – sondern bewusst nur zu thematisch nahen
Diese Asymmetrie sorgt dafür, dass die Pillar die meisten internen Links bekommt und damit am meisten Linkjuice akkumuliert. Das ist gewollt – die Pillar soll für das umkämpfte Hauptkeyword ranken.
Anchor-Texte: Klar, nicht spammy
Der Anchor-Text – der klickbare Linktext – ist ein Ranking-Signal. Drei Regeln:
Sprechende Anchor-Texte verwenden
Schlecht: »Mehr dazu hier.« (Anchor: »hier«)
Gut: Details zur Schema-Markup-Anleitung.
(Anchor: »Schema-Markup-Anleitung«)
Sprechende Anchor-Texte helfen Nutzern, Crawlern und Screenreader-Nutzern. »Hier klicken« oder »Mehr« sind aus SEO- und Accessibility-Sicht beide schlecht.
Variation statt Wiederholung
Wer fünfmal mit dem identischen Anchor-Text auf dieselbe Seite verlinkt, wirkt unnatürlich. Variieren: Permalinks-Anleitung, WordPress-Permalinks einrichten, SEO-optimale URL-Struktur – alle drei führen zur selben Seite, sind aber unterschiedliche Anchor-Variationen.
Keine Über-Optimierung
Wenn jeder Anchor exakt das Ziel-Keyword enthält, ist das ein Spam-Signal. Ein gewisser Anteil generischer Anchor-Texte ist natürlich – Hauptsache, sie sind sprechend.
Wie viele interne Links pro Seite?
Es gibt keinen festen Wert. Faustregeln aus der Praxis:
- Pillar-Page: 15-30 interne Links.Sie verlinkt auf alle Hubs und gegebenenfalls direkt auf wichtige Cluster.
- Hub-Page: 8-15 interne Links.Auf alle Cluster, zurück zur Pillar und zu thematisch verwandten anderen Hubs.
- Cluster-Page: 5-10 interne Links.Zurück zum Hub, zur Pillar, zu 2-3 verwandten Clustern und gelegentlich zu Service-Seiten (Audit, Pakete).
Wichtiger als die Anzahl ist die Qualität: jeder Link sollte thematisch relevant und im natürlichen Lese-Fluss platziert sein. Block-Listen am Ende sind okay, aber In-Text-Links wirken stärker.
Verlinkung in WordPress umsetzen – mit und ohne Plugin
Manuelle Verlinkung (für kleine bis mittlere Sites)
Im Block-Editor wird per Hotkey Strg/Cmd + K ein Link gesetzt.
Wer den Suchen-Dialog nutzt, findet eigene Beiträge nach Titel – sehr schnell
und ohne Plugin. Bei Sites bis ca. 200 Beiträgen ist das die effizienteste
Lösung.
Plugins für interne Verlinkung
Bei größeren Sites helfen spezialisierte Plugins:
- Link Whisper (kostenpflichtig): Schlägt automatisch interne Links vor und liefert Reports zu Verlinkungs-Lücken. Quasi-Standard im Profi-Bereich.
- Internal Link Juicer (Freemium): Setzt automatisch Links auf konfigurierte Keywords. Vorsicht bei automatischer Verlinkung – kann zu Über-Optimierung führen.
- Rank Math (kostenlos): Hat einen Link-Counter, der zeigt, wie oft jeder Beitrag intern verlinkt ist. Manuelle Verlinkung wird so transparent.
Periodische Pflege via Search Console
In der Search Console im Bereich Links zeigt sich, welche Seiten am häufigsten intern verlinkt sind und welche kaum Verlinkung erhalten. Verwaiste oder schwach verlinkte Seiten gehören priorisiert in neue Artikel verlinkt.
Häufige Fehler in der internen Verlinkung
- Verwaiste Seiten.Seiten ohne eingehende interne Links werden kaum gecrawlt. In Search Console oder via Audit-Tool aufdecken und gezielt verlinken.
- Zu viele Footer-Links.20+ Footer-Links auf jeder Seite werten den einzelnen Link-Effekt ab. Footer-Verlinkungen auf das Wesentliche reduzieren.
- Identische Anchor-Texte.Wenn 30 Seiten alle mit dem Anchor »WordPress SEO« auf die Startseite verlinken, ist das unnatürlich. Anchor-Variation einplanen.
- Verlinkung nur in alte Beiträge.Neue Inhalte werden nicht in bestehende Artikel verlinkt. Bei jedem neuen Beitrag mindestens drei alte Beiträge identifizieren, von denen aus auf den neuen verlinkt wird.
- Nofollow auf interne Links.Macht keinen Sinn und verschenkt Linkjuice. Interne Links immer ohne
rel="nofollow".
Kontextuelle Links sind wertvoller als Listen-Links
Ein Link, der mitten im Lesefluss eines Artikels gesetzt ist (»...wie wir in der Keyword-Recherche gezeigt haben...«), wirkt SEO-stärker als ein gleichlautender Link in einer »Verwandte Artikel«-Liste. Beide haben ihren Platz – die Mischung machts. In-Text-Links sollten in jedem längeren Artikel mindestens 3-5 mal vorkommen.