Was eine XML-Sitemap leistet
Eine XML-Sitemap ist eine maschinenlesbare Liste aller URLs einer Website, die im Google-Index erscheinen sollen. Sie beschleunigt die Erfassung neuer und geänderter Inhalte und gibt Google Hinweise zu Aktualität und Relevanz einzelner URLs.
Eine Sitemap ersetzt keine gute interne Verlinkung. Google crawlt eine Site auch ohne Sitemap, wenn die interne Verlinkung sauber ist. Die Sitemap ist eine zusätzliche Hilfestellung, kein Allheilmittel.
Welches Sitemap-Format WordPress 2026 ausliefert
WordPress-Core-Sitemap (seit Version 5.5)
Seit WordPress 5.5 generiert WordPress automatisch eine Sitemap unter
/wp-sitemap.xml. Diese Standard-Sitemap enthält Beiträge, Seiten,
Kategorien, Tags, Autoren und Custom-Post-Types. Für kleine Sites ohne
SEO-Plugin reicht das aus, hat aber drei Einschränkungen:
- Keine Möglichkeit, Beiträge oder Taxonomien selektiv auszuschließen
- Keine
lastmod-Angabe pro URL - Keine Bilder-Sitemap (image:image-Knoten fehlen)
Plugin-Sitemap (Yoast, Rank Math, SEOPress)
Sobald ein SEO-Plugin aktiv ist, übernimmt es die
Sitemap-Generierung und deaktiviert die Core-Sitemap. Pfad ist meist
/sitemap.xml oder /sitemap_index.xml. Vorteile:
- Beiträge auf
noindexwerden automatisch ausgeschlossen lastmod-Angabe pro URL für besseres Crawling neuer Inhalte- Bilder-Sitemap inklusive Alt-Texten
- Konfigurierbare Ein- und Ausschlüsse pro Post-Type und Taxonomie
Index-Sitemap: Wann sie Pflicht wird
Eine einzelne XML-Sitemap darf laut Google maximal 50.000 URLs enthalten und
50 MB groß sein. Bei größeren Sites müssen mehrere Sitemaps zu einer
Sitemap-Index-Datei zusammengefasst werden. Alle drei großen
Plugins erledigen das automatisch und liefern unter
/sitemap_index.xml einen Index aus, der auf einzelne Teil-Sitemaps
verweist (z. B. post-sitemap.xml, page-sitemap.xml).
Bei normalen Unternehmenswebsites ist das selten relevant – wichtig wird es bei Shops mit vielen Produkten oder großen Wissens-Plattformen.
Sitemap in der Google Search Console einreichen
In der Search Console unter Sitemaps wird der relative Pfad eingereicht,
in der Regel sitemap.xml oder sitemap_index.xml.
Nach dem Einreichen zeigt Google den Status (gelesen, mit Fehlern, ausstehend)
und die Anzahl der gefundenen URLs.
Tipp: Wenn die Anzahl der eingereichten URLs deutlich von der Anzahl der indexierten URLs abweicht, lohnt ein Blick in den Indexierungsbericht. Häufig liegt es an dünnen Inhalten, Duplicate Content oder fehlerhaftem Canonical-Tag.
Spezialfälle: Mehrsprachigkeit und Custom-Post-Types
Mehrsprachigkeit (Polylang, WPML)
Bei Multilingualen Sites generieren die genannten Plugins separate Sitemaps pro Sprache,
die im Sitemap-Index zusammengefasst werden. Bei Polylang erfolgt das automatisch,
bei WPML muss in den Plugin-Settings die Mehrsprachigkeit der Sitemap aktiv gesetzt werden.
hreflang-Hinweise gehören zusätzlich in die Sitemap-Einträge selbst –
Yoast SEO und Rank Math machen das automatisch, SEOPress benötigt die Premium-Variante.
Custom-Post-Types und Custom-Taxonomien
Eigene Post-Types (z. B. Produkte bei WooCommerce, Veranstaltungen, Mitarbeiter-Profile)
landen in der Sitemap automatisch, sofern sie öffentlich (public) und
suchbar (publicly_queryable) registriert sind. Wer interne Post-Types nicht
in der Sitemap haben möchte, schließt sie in den Plugin-Settings explizit aus.
Häufige Sitemap-Probleme im Audit
- 404 auf eingereichter Sitemap.Plugin gewechselt, alter Pfad in Search Console noch eingereicht. Alten Pfad entfernen, neuen einreichen.
- Sitemap enthält noindex-URLs.Plugin-Cache leeren, Indexierungs-Settings prüfen. Eine URL gehört entweder in die Sitemap und ist indexierbar – oder gar nicht in die Sitemap.
- Tausende URLs, aber nur 5 % indexiert.Wahrscheinlich werden Tag-Archive, Datums-Archive oder Anhang-URLs mit ausgeliefert. Diese sollten auf
noindexstehen und aus der Sitemap raus. - lastmod überall identisch.Häufig nach einem Datenbank-Update oder Migration. Plugin-Settings prüfen, gegebenenfalls Sitemap-Cache komplett neu generieren lassen.
Die Sitemap im SEO-Workflow
Die XML-Sitemap ist kein einmaliger Setup-Schritt, sondern ein laufendes Monitoring-Werkzeug. Im monatlichen SEO-Workflow gehören dazu:
- Search-Console-Status der Sitemap prüfen
- Differenz zwischen eingereichten und indexierten URLs analysieren
- Bei Plugin-Updates testen, ob die Sitemap weiter wie erwartet generiert wird
- Bei größeren Content-Änderungen (Migrationen, Reorganisationen) Sitemap manuell neu einreichen