Was Yoast SEO ist
Yoast SEO existiert seit 2010 und ist mit über fünf Millionen aktiven Installationen das verbreitetste WordPress-SEO-Plugin. Es deckt alle wichtigen technischen Basics ab: Meta-Title und Description, Sitemap, Schema-Markup, Open-Graph-Tags und Canonical-Tags.
Im Vergleich mit Rank Math und SEOPress ist Yoast die konservative Wahl: bewährt, vielfach erprobt, aber in der kostenlosen Version funktional eingeschränkt.
Yoast SEO Free vs. Premium
Was Yoast Free leistet
Die kostenlose Version reicht für die meisten Standard-Sites:
- Title- und Description-Templates pro Post-Type
- XML-Sitemap inklusive Bilder-Sitemap
- Basis-Schema-Markup (Article, BreadcrumbList, Organization, FAQPage)
- Open-Graph- und Twitter-Card-Tags
- Lesbarkeitsanalyse pro Beitrag
- Search-Console-Integration (Verifikation)
- Automatische Canonical-Tags
Was Yoast Premium zusätzlich bietet
Die Premium-Version (99 €/Jahr je Site) bringt:
- Mehrere Fokus-Keywords pro Seite
- Redirect-Manager (301/302)
- Interne-Verlinkungs-Vorschläge
- Content-Insights-Modul
- Workflow-Tools für Redaktionen
Realistische Einschätzung: Wer mehrere Fokus-Keywords pro Seite und einen Redirect-Manager will, bekommt das in Rank Math und SEOPress kostenlos. Die Yoast-Premium-Lizenz lohnt sich primär dort, wo das Team bereits an Yoast gewöhnt ist und der Wechsel teurer wäre als die Lizenz.
Setup-Wizard und sinnvolle Einstellungen
Erstkonfiguration
Nach der Installation startet automatisch der Setup-Wizard. Wichtige Punkte:
- Site-Typ: Person oder Organisation. Bei Unternehmens-Sites unbedingt »Organisation« wählen, damit das Organization-Schema korrekt ausgespielt wird.
- Veröffentlichungs-Frequenz: Steuert, ob Yoast SEO bestimmte Crawler-Hinweise gibt. »Häufig« bei aktiv gepflegten Sites.
- Search-Console-Verbindung: Kann hier direkt verknüpft werden – sinnvoll, weil Yoast dann Crawl-Fehler im WordPress-Backend zeigt.
Anschließend: Suchanzeige-Einstellungen
Unter SEO → Suchanzeige wird festgelegt, welche Post-Types und Taxonomien in der Sitemap erscheinen und indexierbar sind. Empfohlen:
- Beiträge: indexierbar, in Sitemap
- Seiten: indexierbar, in Sitemap
- Anhänge (Attachment-URLs): auf Beitrag selbst umleiten. Verhindert dünne Anhang-Seiten im Index.
- Kategorien: indexierbar, wenn sie eigenen Wert haben. Bei dünnen Kategorien
noindex. - Tags und Datums-Archive: noindex bei kleinen Sites.
- Autoren-Archive: bei Single-Author-Blogs noindex, bei Mehr-Autor-Sites indexierbar.
Title- und Description-Templates
Yoast erlaubt Variablen-basierte Templates pro Post-Type. Beispiele:
- Beiträge:
%%title%% | %%sitename%% - Seiten:
%%title%% | %%sitename%% - Kategorie-Archive:
%%term_title%% – Übersicht | %%sitename%%
Pro Beitrag lassen sich die Templates manuell überschreiben – das sollte für jede wichtige Landing-Page genutzt werden.
Die Lesbarkeitsanalyse: Stärke und Falle
Yoasts Lesbarkeitsanalyse ist die ausführlichste unter den drei großen Plugins. Sie prüft Satzlänge, Passiv-Anteil, Übergangswörter, Wortwiederholungen und Flesch-Reading-Ease-Score. Für Redaktionen mit unterschiedlich erfahrenen Autoren ist das eine sinnvolle Hilfestellung.
Wo die Analyse hilfreich ist
Texte, die in der Yoast-Analyse rote oder orange Punkte haben, sind häufig auch für Leser anstrengend. Lange Sätze, Passiv-Konstruktionen, fehlende Übergänge – all das erschwert das Lesen. Wer regelmäßig schreibt, schult mit Yoast über Monate hinweg sein Sprachgefühl.
Wo die Analyse irreführt
Yoasts grüner Punkt ist kein Ranking-Garant. Die Analyse beruht auf Heuristiken, nicht auf Google-Logik. Fachtexte mit längeren Sätzen können guter Content sein, auch wenn Yoast sie als »schwer lesbar« markiert. Die Empfehlung »Fokus-Keyword in den ersten 100 Wörtern« ist sinnvoll, die Empfehlung »Fokus-Keyword in jedem Absatz« ist Keyword-Stuffing.
Yoast ist ein Werkzeug, kein Orakel. Die Ampel signalisiert Aufmerksamkeit, ersetzt aber kein eigenes Urteil.
Schema-Markup mit Yoast
Yoast liefert standardmäßig ein verschachteltes JSON-LD-Schema mit
WebPage, Article, BreadcrumbList und
Person/Organization aus. Auf der Beitrags-Ebene lässt
sich der Typ anpassen (Article, NewsArticle, BlogPosting). Für FAQ und HowTo
gibt es im Block-Editor eigene Yoast-Blöcke.
Im Vergleich zu Rank Math ist Yoasts Schema weniger flexibel – wer Spezial-Schemas wie Recipe, Course oder JobPosting braucht, ist mit anderen Plugins besser bedient.
Sinnvolle Yoast-Einstellungen für deutschsprachige Sites
- Sprache der Inhaltsanalyse: Deutsch.Yoast prüft dann passende Stoppwörter und Übergangswörter.
- Site-Repräsentation als Organisation.Mit Logo (mind. 112 × 112 px) und Sitename. Voraussetzung für korrektes Organization-Schema.
- Anhang-URLs auf Beitrag umleiten.Standardmäßig generiert WordPress für jedes Bild eine eigene URL – diese sind dünn und sollten umgeleitet werden.
- Atom/RSS-Footer auf der Site abschalten, sonst werden Beiträge in Aggregator-Feeds dupliziert.
Häufige Yoast-Fehler in Audits
- Default-Title-Templates ungenutzt.Pro Beitrag wird kein eigener Title gepflegt – alles erscheint mit Yoasts Standard. Title pro wichtiger Seite manuell setzen.
- Description leer oder zu lang.Yoast macht keinen Auto-Fill für Description. Wer das Feld leer lässt, riskiert, dass Google selbst eine Description aus dem Text extrahiert.
- Cornerstone-Content nicht markiert.Im Backend-Editor das Feld »Cornerstone-Content« aktivieren, damit Yoast die wichtigsten Seiten erkennt und priorisiert.
- Indexierbarkeits-Settings noch im Default.Tag-Archive und Autoren-Archive bleiben standardmäßig indexierbar – führt häufig zu dünnen Inhalten im Index.